Start CHRISTMAS IN WELS - GALA MARKUS RICHTER UND WIETSKE VAN TONGEREN IM INTERVIEW

MARKUS RICHTER UND WIETSKE VAN TONGEREN IM INTERVIEW

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Markus Richter, gebürtiger Welser und erfolgreicher Musicalproduzent mit eigenem Theater nahe Wien, und die entzückende „Grizabella“-Darstellerin Wietske Van Tongeren aus Holland haben bei der CHRISTMAS IN WELS – GALA 2020 einen ganz besonderen Zauber verbreitet. stadtTV hat ihren Auftritt im Stadttheater aufgezeichnet und dabei ein kleines Interview geführt: 

Lieber Markus, The Sound of Christmas wäre heuer zum 18. Mal im Welser Stadttheater über die Bühne gegangen, jedes Jahr zweimal restlos ausverkauft und heuer – nicht. Die Proben waren abgeschlossen?  

Ja, es ist fixfertig geprobt gewesen. Wir haben ja insgesamt 25 Vorstellungen davon, die ersten zwei wären Ende November in Wels gewesen, da war noch Lockdown und wir haben an einer Verschiebung gearbeitet für 16. Dezember, weil ja nicht klar war ob wir spielen dürfen oder nicht. Letztendlich mussten dann alle Veranstaltungen abgesagt werden.

Es ist eine relativ große Produktion, die von einem kleinen, privat geführten Theater organisiert wird (http://www.theater82erhaus.at)?

Genau. Ich betreibe das mit meinem Kollegen Bernhard Jonas seit 26 Jahren. Seit 25 Jahren gibt’s The Sound of Christmas. Mit der Vorstellungsanzahl waren wir eh an der Grenze, der Advent ist nicht länger, aber es läuft wirklich sehr gut.

Lief!

Ja schade! Wir sind jetzt total froh zumindest Ausschnitte aus dieser Show an das Publikum zu senden.

Die Enttäuschung in den Theatern und Konzerthäusern ist groß, weil geschlossen wurde trotz penibelst eingehaltener Sicherheitsvorkehrungen. Wie war‘s bei euch?

Naja, wir haben im März alles abgesagt und auf Herbst verschoben. In der Zwischenzeit wurde wie vorgeschrieben an den Präventionskonzepten für die Proben und Vorstellungen gearbeitet, wir haben versucht alles umzusetzen von Plexiglastrennscheiben bis Mitarbeiter in regelmäßigen Abständen zu testen und in Wirklichkeit war das alles umsonst.

Wie hat das dann bei The Sound of Christmas funktioniert? Die Künstler haben ja alle vorgeprobt und Leistungen erbracht?  

Ich hab‘ die Künstler im Sommer engagiert und ganz offen darüber gesprochen, wie es wäre, wenn wir nicht spielen können. Wir haben dann für alle ein Abschlagshonorar vereinbart. Das ist für mich wichtig – als Loyalität mit den Künstlern. Ich will ja mit den Leuten auch in Zukunft arbeiten können, denn wir haben immer wieder große Produktionen, die über Monate laufen.

Wenn du an die Bevölkerung einen flammenden Appell richten könntest, wie würde der lauten?

An die Bevölkerung würde ich die große Bitte richten – VERGESST UNS NICHT! KOMMT IN UNSERE VORSTELLUNGEN, SOBALD ES MÖGLICH IST! An die Politiker gerichtet, würde ich sagen – MACHEN SIE BITTE IHREN JOB GSCHEIT!!!

In diesem Sinne danke Markus! Wir freuen uns schon riesig auf das Konzert!
Liebe Wietske, wo wirst du heuer Weihnachten feiern?

Zuhause in Gablitz in Niederösterreich – mit meinem Mann und den beiden Kindern.  

War das so geplant?

Naja, wir wollten wie jedes Jahr nach Holland fahren, wo meine ganze Familie wohnt. So war das zumindest in den letzten Jahren. Am 24. in Gablitz und am nächsten Tag, den 25., fahren wir üblicherweise nach Holland, wo das Weihnachtsfest ja einen Tag später stattfindet, aber das ist heuer leider nicht möglich.  

Seit wann bist du in Österreich – künstlerisch?

Seit 2004.

Du hast bei den Vereinigten Bühnen Wien „Elisabeth“ und „Rebecca“ gesungen und jetzt wäre eigentlich wieder „Cats“ im Anlaufen gewesen. Ist Grizabella eine Traumrolle für dich?

Jaaaaaa, voll schöne Rolle, eine Traumrolle wirklich! Ende Dezember 2019 habe ich die Premiere gehabt und dann bis März gespielt. Ich hab‘ am Anfang gedacht, das wird jetzt so ein paar Wochen dauern, aber wie’s dann immer mehr klar wurde wie lange das dauert und wie eingreifend das ist und dass es so eine Riesenkrise für die ganze Welt wird, hat mich dann doch sehr erschüttert.

Habt ihr im Herbst wieder spielen können im Ronacher?

Ja, Cats hat wieder begonnen. Ich war aber nicht mehr dabei, weil ja Ana Milva Gomes wieder zurückgekehrt ist nach der Karenz. Deswegen bin ich jetzt bei „Sound of Christmas“ dabei mit Markus Richter.

Wie geht es dir als freischaffende Künstlerin generell in der Coronakrise?

Natürlich gibt es Tage, wo man auf der Couch sitzt und sich fragt, wie es weiter geht  und sich einfach schlecht fühlt, aber im Allgemeinen muss ich sagen, wir leben in einem Land wo es ein gutes Auffangnetz gibt. Ich weiß natürlich nicht wie es anderen geht, aber wenn ich mich unter meinem Bekanntenkreis herumhöre, werden die Leute schon gut aufgefangen in unserem Land.

Wenn du positiv realistisch denkst, wie ist deine Sicht auf 2021?

Im Ronacher werde ich vorläufig mal nicht arbeiten. Ich unterrichte jetzt als Gesangslehrerin für das Performing Center Austria und die Sunrise Academy und da wird sehr viel über Internet gemacht, was am Anfang eine große Herausforderung war, aber man fügt sich da gut hinein, und – hoffentlich – werde ich die Evita singen beim Musicalsommer Winzendorf. Das macht Marika Lichter, mal sehen. Ich denke, dass 2021 noch immer ein durchwachsenes Jahr sein wird und wir noch ein bisschen Geduld brauchen.    

Danke für das Interview! Alles Gute und bis bald beim Livestream der CHRISTMAS IN WELS-GALA am 26.12.